Shabby Chic – das steckt hinter dem Mega-Trend

Shabby Chic ist seit längerem in aller Munde – doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Dass es hier weniger um „schäbige“ Möbel als um Romantik und Nostalgie geht, so viel ist klar. Wenn ihr aber gerne mehr über den Mega-Trend wissen wollt, der in so vielen Einrichtungsmagazinen und Blogs zu finden ist, dann taucht mit uns ein in eine völlig neue, aufregende Welt des Innendesigns!

regal und shabby chic deko

Weiße Deko und Möbel sind typisch für den Shabby Chic – es darf aber auch bunter sein.

Eine Unterart des Vintage-Stils

Der Shabby Chic ist ganz klar einer der größten Trends der letzten Jahre, doch was verbirgt sich dahinter? Die Bezeichnung (shabby = schäbig, heruntergekommen) ist erstmal irreführend, da es hier keineswegs darum geht, sich die Wohnung mit wertlosem Ramsch oder Trödel vollzustellen. Der Shabby Chic lebt vielmehr davon, die Liebe zum Unperfekten, zum Romantischen und Nostalgischen zu zelebrieren. Shabby wird gerne als eine Unterart des Vintage-Stils verstanden, da es bei beiden Stilrichtungen hauptsächlich um Möbelstücke und Deko aus vergangenen Epochen geht, die im sogenannten Used-Look gestaltet sind.

Weiße Holzmöbel im Mittelpunkt

Der Shabby Chic ist jedoch noch etwas verspielter und wirkt femininer als der Vintage-Look. Die Hauptfarbe bei diesem Stil ist ganz klar Weiß in allen Nuancen und Schattierungen. Weiße Möbelstücke aus Holz verkörpern den Look perfekt und dürfen beim Shabby Chic nicht fehlen. Beispiele dafür könnt ihr auf shabbychicandi.blogspot.de sehen. Am besten kombiniert ihr hier Altes mit Neuem. So entsteht ein ausgewogener Mix, und eure guten Erbstücke oder Lieblingsstücke vom Flohmarkt kommen zusammen mit neueren Stücken super zur Geltung.

Macken und Eigenheiten in Szene gesetzt

Wichtig ist nur, dass alle Möbelstücke kleinere oder größere Gebrauchsspuren aufweisen, denn das ist neben der romantisch-femininen Note das Hauptmerkmal des Shabby Chic. Abgestoßene Kanten, unvollständig aufgetragener oder abgesplitterter Lack, ausgefranste Stoffe, all das ist bei diesem Einrichtungsstil kein Grund zum Wegwerfen, sondern zum Freuen.

Eigenheiten und charakteristische Macken der Möbel werden elegant in Szene gesetzt – der Gesamteindruck ähnelt fast schon ein bisschen dem Landhausstil, sieht allerdings weniger bäuerlich und rustikal aus. Geschwungene Tisch- und Stuhlbeine, elegante Kommoden, verspielte Garderobenständer oder verschnörkelte Spiegel sind hier genau richtig.

Sanfte Pastelltöne und Weiß dominieren

Farblich habt ihr beim Shabby Chic natürlich nicht nur Weiß zur Auswahl, es gehen alle pudrigen, sanften, pastelligen Nuancen. Nur eines ist nicht erlaubt: zu viel Schwarz und zu grelle, moderne Farben. Die Materialien sind vielfältig, sollten aber immer natürlich wirken: Holz, Leder, Leinen, aber auch Silber, Spitze, Samt, Messing oder Kupfer.

Verspielte Accessoires kombiniert mit Neuem

In Sachen Dekoration habt ihr die Wahl zwischen vielen verschiedenen Accessoires: Typische Gegenstände sind zum Beispiel Kerzenhalter, Kronleuchter, Vasen in allen möglichen Größen, Schalen, Decken und Kissen. Ihr könnt auch kleine Porzellanfigürchen oder Püppchen und Vintage-Stofftiere verwenden.

Sie machen sich besonders gut auf Sideboards oder in kleinen Schränken. Wichtig ist dabei nur, dass alles wenn möglichst Ton in Ton ist, und die Sachen ebenfalls leichte Patina haben, oder eben altmodisch aussehen. Inspiration gibt es zum Beispiel auf shabbychic-und-co.blogspot.de.

Ihr könnt aber auch hier wieder Neues mit Altem kombinieren, um reizvolle Kontraste zu schaffen. Schließlich möchte sich ja keiner in der eigenen Wohnung wie im Museum vorkommen. Modernere oder exotische Stücke wie schöne Teppiche oder Bilder machen die Zusammenstellung aus Shabby Chic und zeitgemäßen Stücken erst richtig interessant.

Muster ruhig miteinander kombinieren

Auch wenn beim Shabby Chic viele, zumeist matte Farben verwendet werden, sind auch vielfältige Muster sehr beliebt. Romantische Grundstimmung verbreiten natürlich Blumen- und Paisleymuster, aber auch altertümliche Karos und Streifen passen gut.

Noch besser fügen sich Muster ins Gesamtbild, wenn sie – wie auch der Rest der Möbel – ein bisschen nach Geschichte aussehen und den Look des Nostalgischen ausstrahlen. Ihr könnt auch ruhig mehrere Muster durcheinander mixen, sofern sich die Farben nicht beißen. Auf Nummer Sicher geht ihr in dieser Hinsicht, wenn ihr bei der Pastell-Farbpalette bleibt.

Shabby Chic einfach selber machen

Der Shabby Chic ist geradezu prädestiniert dazu, mit DYI-Ideen umgesetzt zu werden. Auch wenn ihr nicht so viel Erfahrung mit Selbstgemachtem habt, könnt ihr ruhig einige Dinge ausprobieren. Schließlich liegt der Reiz des Shabby-Stils ja gerade im Unvollkommenen. Deshalb: Keine Sorge, wenn euch etwas nicht 100-prozentig gelingt.

Falls ihr Lust dazu habt, einen Stuhl, eine Truhe, eine Kommode oder ein anderes Möbelstück aus Holz aufzupeppen, könnt ihr das mit Schleifpapier, Lack, Farbe und ein bisschen Geduld problemlos tun. Zuerst solltet ihr das Möbelstück gründlich reinigen und mit Schmirgelpapier abschleifen, dann kann die Farbe aufgetragen werden.

Auch für Gartenmöbel ein toller Stil

Dazu eignet sich am besten ein Schwamm, mit dem ihr die weiße (oder andere) Farbe sanft auftragt. Um den Shabby Look zu bekommen, geht ihr einfach, wenn die Farbe trocken ist, nochmal mit feinem Schmirgelpapier über das Möbelstück. Ziel ist es, dass an einigen Stellen das Holz leicht durchschimmert – dann habt ihr den gewünschten Patina-Look. Zu sehen ist das auch nochmal hier bei creativelive.blogspot.de.

Übrigens lassen sich auch Gartenmöbel mit dieser Methode toll herrichten. Wenn ihr schon immer von einem richtig verwunschenen Märchengarten geträumt habt, solltet ihr den Shabby Chic unbedingt ausprobieren.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Foto: © oksix – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin die Genaue bei vivondu. Als Innenarchitektin erstaunen mich meine Kunden oft durch Wünsche und Vorstellungen ihrer Immobilienträume. Genau diese Auffälligkeiten verarbeite ich in meinen Beiträgen. Ich bin Hamburgerin und mag den herben Norden.

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