Serie » Designklassiker – Der Panton Chair

Kaum ein Stuhl hat sich je so in unser Gedächtnis eingebrannt wie der „Panton Chair“. Seine einzigartige Form macht ihn bis heute zu einem unverwechselbaren Klassiker und zum absoluten Must-Have für jeden Liebhaber revolutionären Designs.

panton stuhl orange

Der Panton Chair – der Legendärste unter den Stühlen!

Unsere „Designklassiker“-Serie geht in die nächste Runde. Heute: Der Panton Chair. Mit ihm hat der Designer Verner Panton einen Sensationserfolg gelandet – damals wie heute. Im Lauf der Jahre wurde der Panton Chair mit zahlreichen renommierten Design-Preisen ausgezeichnet und ist in den wichtigsten Kunstmuseen rund um den Globus zu finden.

Der Designer

Der Däne Verner Panton (blog.verner-panton.de) wird 1926 bei Assens geboren. Nach dem Besuch der Technischen Schule studiert er von 1947 – 1951 Architektur an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Kopenhagen. Schon gegen Ende des Studiums fängt er an, im Büro des bis heute berühmten Architekten Arne Jacobsen zu arbeiten und leistet dort einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung moderner Klassiker wie zum Beispiel dem Ant Chair (arne-jacobsen.com).

Panton lebte für die Kunst. Zwischenzeitlich tourte er sogar mit einem Kommilitonen in einem zum Zeichenatelier umgebauten VW Bus quer durch Europa, wo er sämtliche Eindrücke aufsog und zu Papier brachte. Diese Zeit war für ihn nicht nur hinsichtlich der zahlreichen Entwürfe für Möbelstücke und Gebäude inspirierend. Panton nutzte die Tour auch, um in die internationale Kunstszene einzutauchen und Kontakte zu knüpfen.

Mit dem Design von Stühlen beschäftigte sich Verner Panton bereits zu Studienzeiten. Besonders angetan haben es ihm Stühle ohne Hinterbeine, sogenannte Freischwinger. Er entwickelte einen solchen Stuhl aus einem Stück unter Dampfdruck gebogenen Sperrholzes und war fortan besessen von dem Gedanken, diese Bauart auch auf das Material Kunststoff anzuwenden, das in dieser Zeit für Aufsehen sorgte.

Als ihm das schließlich gelang, folgte allerdings die Ernüchterung: Er fand keinen Hersteller, der den Stuhl als Lizenznehmer für den breiten Markt produzieren wollte. Der Schritt in Richtung Serienproduktion sollte schließlich erst im Jahr 1963 stattfinden: Panton siedelte in die Schweiz über und knüpfte dort geschäftlichen Kontakt zum dem Baseler Möbelproduzenten Vitra. Dieser bekam den neuartigen Kunststoff zusehends in den Griff und startete zusammen mit Panton 1967 die Massenproduktion des Panton Chairs. Das war der Startschuss für seinen endgültigen Durchbruch.

Zeitloser Klassiker in futuristischem Design

Heute ist der Panton Chair in mehreren Versionen erhältlich. Der „Panton Chair Classic“ (hier auf vitra.com) besteht aus einer Vollkunststoffschale aus Hartschaum und ist glänzend lackiert. Er ist die Urform des Panton Chair und ausschließlich über den Lizenznehmer Vitra erhältlich. Der stolze Preis: 1004,00 €.

Mittlerweilen gibt es aber auch eine deutliche günstigere Version des Design-Klassikers. Der „Vitra Panton Chair“ zeichnet sich im Gegensatz zum klassischen Entwurf durch eine matte Oberfläche aus. Er besteht aus durchgefärbtem Polypropylen und ist aus einem Guss gefertigt. Bei dieser Version (für ca. 200 €) ist die Sitzhöhe etwa einen halben Zentimeter niedriger als beim Classic Chair und die Sitztiefe etwa einen Zentimeter tiefer.

Übrigens: Seit 2008 gibt es den Design-Klassiker auch für Kinder. Der „Panton Junior“ (vitra.com) ist um ca. ein Viertel kleiner als sein großer Bruder und hat damit die perfekte Größe für Kindergarten- und Grundschulkinder.

Das ist Teil 3 der Serie „Designklassiker des 20. Jahrhunderts“ auf vivondu. Hier geht es zum ersten Teil: Designklassiker Teil 1 – Der Lounge Chair von Charles & Ray Eames. Teil 2 findet ihr hier: Designklassiker Teil 2 – Der Barcelona Chair von Ludwig Mies van der Rohe

Foto: © Vra.K – Fotolia.com.

 

Über den Autor

Ich bin der "Italiener" unserer Autoren. Als Modemacher interessiere ich mich nur privat für Bauen und Wohnen. vivondu ist daher auf diesem Gebiet mein einziges Sprachrohr. Ich habe lange in Mailand gelebt und bin jetzt in München dahoam.

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