Rolle Rückwärts – der neue (alte) Retro-Stil

Retro is back! Eines ist sicher: Retro hat mit veraltetem Oma-Look nichts gemein! Wir zeigen euch, warum der Retro-Trend eigentlich gar nicht so von gestern ist und was ihr braucht, um euer Zuhause Schritt für Schritt im angesagten Retro-Look einzurichten.

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Retro is back: Die Liebe zum Stil der 50er, 60er und 70er Jahr hält wieder Einzug ins heimische Wohnzimmer.

Der Retro-Stil schlängelt sich derzeit wie ein roter Faden durch sämtliche Lebensbereiche – egal ob Fashion, Industrie, Kochen oder Wohnen, alle Welt ist im Retro-Fieber. Wörtlich genommen bedeutet „Retro“ so viel wie „rückwärts“. Gemeint ist die Orientierung an Vergangenem, insbesondere am Stil der 50er, 60er und 70er Jahre.

Wie geht Retro?

Gefühlt wissen wir alle, wann wir vom Retro-Stil sprechen und wann nicht. Aber sobald es an die Umsetzung geht, hapert es. Wir haben den Retro-Trend für euch in seine Einzelteile zerlegt und herausgefunden, was es braucht, um einen Raum in diesem Look zu stylen.

So viel vorweg: Retro heißt nicht, den Stil vergangener Zeiten einfach zu kopieren! Das wäre ja auch langweilig. Retro heißt heute vielmehr, alte Möbel und Designklassiker lässig mit neuen It-Pieces zu kombinieren und so einen alten Trend neu zu beleben. Es geht um Individualität, schlichte Eleganz, beispielsweise die Liebe zum Bauhaus-Stil,und darum, gekonnt Akzente zu setzen. Sehr anschaulich wird das Prinzip Retro auch hier auf dem Blog des Möbelhauses Baur erklärt.

Die richtigen Farben

Farben sind das A und O des Retro-Stils. Sie helfen euch, den Trend umzusetzen und eine ansprechende Atmosphäre zu schaffen.

Wichtig sind nicht nur die Farben der Möbel und Accessoires, sondern auch die Wandfarben. Grundsätzlich gibt es DIE richtige Retro-Farbe nicht. Erlaubt ist vielmehr alles, was gefällt. Die Farbpalette reicht von pastelligen Tönen bis hin zu knalligen Farben. Auch schwarz, weiß und Naturtöne passen gut zum Retro-Look. Für die Wandgestaltung würden wir euch trotzdem eher dazu raten, zurückhaltende Farben zu wählen, wie z.B. ein stilvolles Steingrau, einen warmen Senfton oder eine zarte Pastellfarbe. Da es beim Retro-Trend u.a. darum geht, gekonnt Akzente zu setzen, gilt: Je knalliger die Wände, desto schlichter die Möbel und umgekehrt.

Eine weitere Möglichkeit ist, eine einzelne Wand oder einen Wandausschnitt mit einer Tapete im Retrostil zu versehen. Das setzt ein optisches Highlight und schafft Gemütlichkeit, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken.

Bei den Accessoires darf es ruhig ein bisschen wilder und bunter werden. Vor allem grafische Muster und geometrische Formen auf Kissen, Decken und anderen Textilien helfen euch, dem Retro-Stil Einzug ins heimische Wohnzimmer zu gewähren.

Auf die Formen kommt es an!

Der Retro-Look lebt von seinen typischen Formen. Charakteristisch sind organische Formen, wie z.B. Nierentische oder geschwungene Sessel. Aber auch abgeschrägte Kanten, schlanke Formen und gerade Linien dürfen nicht fehlen. Besonders authentisch wirken hier natürlich die Bauhaus-Klassiker, wie zum Beispiel Eames´ Plastic Arm Chair oder der Egg Chair von Arne Jacobsen. Es gibt aber durchaus auch wesentlich günstigere Varianten, das eigene Zuhause im Retro-Stil einzurichten.

Gerade junge Designer greifen den Trend auf und verhelfen ihm zu neuem Leben. Und das muss nicht immer High Class sein. Schaut euch doch zum Beispiel mal die neue Stockholm-Serie von Ikea im happyinterior-blog an. Ansonsten lohnt es sich auch, auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Möbelläden nach kleinen Schätzen zu stöbern.

Hochwertige Materialien

Beim Retro-Trend kommt es auf Hochwertigkeit an. Verwendet werden vor allem Naturmaterialien wie zum Beispiel Teakholz oder Leder. Wie das aussehen kann, könnt ihr auf dem Blog dontkillmyvibe.net sehen. Aber auch Glas und hochwertige Kunststoffe dürfen nicht fehlen.

Achtet bei der Auswahl der Materialen darauf, dass sie miteinander harmonieren. Gerade bei großen oder wuchtigen Möbelstücken wie zum Beispiel dem Sofa oder dem Esstisch solltet ihr eher unaufgeregte Materialien wählen. Dagegen dürfen einzelne Stühle, Kissen oder kleine Sessel ruhig auch mal durch auffällige Materialien glänzen, wie etwa Samt oder Metall.

Das i-Tüpfelchen für jeden Raum: die Accessoires

Den letzten Schliff verpasst ihr eurem Retro-Raum mit den passenden Accessoires. Auch hier gilt die Devise der klaren Formen und puristischen Designs. Verspielter Wandschmuck ist hier genauso fehl am Platz wie verschnörkelte Bilderrahmen oder kitschige Vasen, wie man sie zum Beispiel auch beim sehr beliebten Vintage-Look findet.

Wie bereits erwähnt geht es bei den Accessoires darum, Akzente zu setzen. Das heißt aber nicht, dass jeder einzelne Deko-Artikel ein optisches Highlight setzen soll. Wenn am Ende jeder Rahmen und jedes Kissen quietschbunt ist und der Raum dadurch unstrukturiert und chaotisch wirkt, habt ihr es wahrscheinlich übertrieben.

Unser Tipp: Entscheidet euch im Vorfeld, welche Farben sich im Raum wiederfinden sollen. Um die für den Retro-Stil charakteristische schlichte Eleganz zu bewahren, solltet ihr euch auf maximal 2-3 verschiedene auffällige Farbtöne festlegen.

Habt ihr die Möbel und Wandfarben zum Beispiel in zurückhaltenden Tönen wie Grau oder Pastell gehalten und zusätzlich Schwarz, Weiß und Holz verwendet, dürfen die Accessoires ruhig ein bisschen kräftiger sein. Passend wären dann zum Beispiel Grün- und Gelbtöne. Spielt ruhig auch mit verschiedenen Tönen innerhalb einer Farbgruppe und wählt zum Beispiel Vasen in verschiedenen Grüntönen oder Kissen, in denen sich der Ton der restlichen Deko wiederfindet. So wirkt der Raum am Ende harmonisch und elegant.

Wenn ihr generell noch mehr über Retro und den dazu passenden Lifestyle wissen wollt, könnt ihr euch auch hier auf liligoesretro.blogspot.de informieren.

Foto: © victor zastol’skiy – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin das Salz in der Suppe der Redaktion. Habe Architektur studiert und verstehe mich als Pragmatiker. Als Architektin gebe ich auch privat gerne Tipps zur Wohngestaltung. Ich bin als waschechte Berlinerin von der Berliner Sichtweise auf Wohnen geprägt.

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