Social Dining – zusammen isst man weniger allein!

Es ist DER Trend für experimentierfreudige Großstädter, Hobbyköche und alle, die gerne unter netten Leuten sind: Social Dining. Was es ist, wie es funktioniert und warum ihr diesen Trend auf keinen Fall verpassen solltet, erfahrt ihr hier.

Freunde beim Abendessen

Social Dining – die Welt zu Gast bei Fremden.

Dinnersurfing, Supper Club, Mitesszentrale, Social Dining – all diese Begriffe beschreiben denselben Trend, der gerade aus den USA zu uns nach Deutschland herüber schwappt. Angelehnt ist der Trend an das sogenannte Couchsurfing, bei dem man sich online als Übernachtungsgast bei Fremden anmelden kann.

Worin der Trend genau besteht, ist schnell erklärt: Man nehme einen kochfreudigen Gastgeber, eine Internetplattform, hungrige Gäste und schon kann´s losgehen! Der Gastgeber meldet sich einfach bei der Onlineplattform an und stellt sein Dinner mit Ort, Datum, Menüfolge und Unkostenbeitrag ein. Dann können die potentiellen hungrigen Gäste sich für diese Veranstaltung bewerben. Kommen darf schließlich, wen der Gastgeber auswählt, d.h. er kann auch die Anzahl der Gäste regulieren.

Soviel zur Theorie. Nun zur Praxis. Wir wollten wissen, ob das Social Dining in Wirklichkeit auch so unkompliziert ist, wie es sich anhört und haben dazu eine Münchnerin (26) getroffen, die uns ihre Erfahrungen mit dem Social Dining verrät.

vivondu: Hallo Anika, schön dich zu sehen und danke, dass du uns ein bisschen berichten wirst. Du hast den Social Dining Trend ja schon ausprobiert. Daher gleich mal eine Frage vorweg: Würdest du es wieder tun?

Anika: Auf jeden Fall! Am Anfang hatte ich zwar ein richtig mulmiges Gefühl, weil man ja gar nicht weiß, was auf einen zukommt und ob man überhaupt etwas mit den Gästen zu reden hat. Aber spätestens nach dem Aperitif war – zumindest bei meinen Gästen – das Eis gebrochen.

vivondu: Du bist also gleich als Gastgeberin eingestiegen? Oder hast du vorher schon mal als Gast vorgefühlt?

Anika: Ja, ich habe direkt Leute zu mir eingeladen – wenn schon, denn schon! Aber ich hatte meine beste Freundin als seelische Unterstützung dabei. So ganz allein unter lauter Fremden, das hab ich mich dann doch nicht getraut.

vivondu: Wer waren denn deine Gäste? Waren die alle in deinem Alter?

Anika: Ja und Nein. Ich habe für den Anfang nur drei Gäste eingeladen. Davon war ein Mädchen in meinem Alter dabei, eine Frau mit Mitte Dreißig und ein Mann mit 39 Jahren.

vivondu: Und was waren das für Leute?

Anika: Also ich hatte richtig Glück mit meinen Gästen. Sie waren alle total kommunikativ und haben viel über sich selbst erzählt. Das war fand ich das spannendste an dem Abend: Man spricht nicht nur über irgendwelche bestimmten Themen, sondern erfährt auch viel Persönliches über seine Gäste. Thomas z.B. arbeitet als freier Fotograf und hat schon mal eine Afrika-Safari gemacht. Ich hätte ihm stundenlang zuhören können, wie er von seinen Erfahrungen im Afrikanischen Busch erzählt hat.

vivondu: Das klingt spannend. Aber vor dem Dinner hattest du ja noch keine Ahnung, was dich erwarten würde. Was war denn deine Intention, am Projekt Social Dining teilzunehmen? War es reine Neugier? Oder wolltest du neue Freunde finden?

Anika: Es war eine Mischung aus beidem. Ich habe im Fernsehen einen Bericht über den Trend gesehen und da war ich einfach neugierig. Ich koche selber super gerne und fand den Gedanken spannend, Leute zu treffen, die so offen sind, dass sie einfach zu Fremden zum Abendessen kommen. Außerdem wohne ich jetzt schon seit einigen Jahren in München und wollte auch mal ein paar neue Gesichter treffen.

vivondu: Jetzt hast du bei uns definitiv auch die Neugier geweckt. Eine letzte Frage noch: Hast du Tipps für alle Neu-Dinnierer?

Anika: Mein Tipp heißt Gelassenheit. Geht einfach entspannt an das Dinner. Es kann ja nichts passieren. Im worst case ist man mit seinen Gästen oder dem Gastgeber nicht auf einer Wellenlänge. Aber es sind ja immer noch mehr Leute da und falls es ganz schlimm wird, bleibt man einfach nicht allzu lange ;)

Wer jetzt genau wie wir neugierig geworden und den Social Dining Trend auch mal ausprobieren möchte, der meldet sich am besten gleich an, z.B. bei der Mittess-Zentrale, bei unser-dinner oder bei Iss mit uns. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wen wir bei unserm ersten Social Dinner so alles treffen!

Foto: © ViewApart – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin das Salz in der Suppe der Redaktion. Habe Architektur studiert und verstehe mich als Pragmatiker. Als Architektin gebe ich auch privat gerne Tipps zur Wohngestaltung. Ich bin als waschechte Berlinerin von der Berliner Sichtweise auf Wohnen geprägt.

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