Smart Home – künstliche Intelligenz und schlaues Wohnen

Ein Zuhause, das mitdenkt, den Komfort seiner Bewohner ständig steigert und dabei auch noch hilft, Energie zu sparen – wie nah sind wir dran an diesem Traum? Was kann die Smart Home Technik wirklich? Und kann sich das überhaupt jeder leisten?

smart home

Intelligentes Wohnen wird der Renner in den nächsten Jahr(zehnt)en.

Smart Home – was im ersten Moment nach Zukunftsmusik und Science Fiction klingt, ist längst in der Gegenwart angekommen.

Aber was genau ist denn eigentlich ein Smart Home?

Synonym für „Smart Home“ werden auch die Begriffe intelligentes Wohnen, e-Home und Smart Living verwendet. Sie beschreiben ein Zuhause, das dank moderner Technik selbstständig „mitdenkt“. Möglich wird das durch Vernetzung. Dabei werden in erster Linie Haustechnik (also zum Beispiel die Steuerung von Licht, Heizung, Alarmanlagen, Jalousien, etc.), Elektrohaushaltsgeräte (z.B. Kühlschrank, Herd, Geschirrspüler, etc.), Multimedia-Geräte (v.a. TV, HiFi, zentraler Server, etc.) und Internet untereinander verbunden.

Aber auch elektrische Energiezähler, Wasser- und Wärmezähler oder Gaszähler können unter dem Oberbegriff Smart Metering vernetzt werden. Basis des Smart Home ist die zentrale Steuerung der vernetzten Geräte über Smartphone, Tablet oder PC. Dabei können auch Programmierungen verarbeitet werden, z.B. in welchem Zeitraum oder unter welchen Bedingungen das Gerät ein- oder ausgeschaltet sein soll (z.B. „Schalte das Licht bei Sonnenuntergang ein“).

Der große Vorteil des intelligenten Wohnens ist, dass die Geräte sich individuell dem Leben der Bewohner anpassen lassen. Wie das im täglichen Leben aussehen kann, könnt ihr in dieser Animation auf loxone.com sehen (einfach wie verrückt nach unten scrollen). Je mehr Geräte vernetzt werden, desto komfortabler kann das Leben werden. Wir finden zum Beispiel den Gedanken, morgens schon von frischem Kaffeeduft geweckt zu werden, ziemlich schön.

Energie sparen, ohne es zu merken

Beim Konzept des Smart Home steht aber nicht nur der Komfort im Fokus. Ein großer Vorteil ist, dass uns das e-Home hilft, Energie zu sparen und so die laufenden Kosten zu senken. Und zwar so, dass wir es gar nicht bemerken: Verlassen wir am Morgen das Haus, senkt es seiner Programmierung entsprechend die Raumtemperatur um ein paar Grad, und hebt sie kurz bevor wir nach Hause kommen wieder auf den ursprünglichen Wert an. In diesem Artikel von verivox.de wird das Energiesparen ganz genau erläutert.

Wie weit das eigene Zuhause automatisiert werden kann, hängt ganz von der verbauten Technik und den Wünschen der Bewohner ab. Mit der nötigen Ausstattung könnt ihr zum Beispiel dafür sorgen, dass sich die Fenster bei eingeschalteter Heizung automatisch schließen, dass dank eines CO2-Messgeräts wie von Zauberhand gelüftet wird, oder die Waschmaschine automatisch den günstigsten Tarif ermittelt und erst läuft, wenn dieser gilt.

Wie wird das eigene Zuhause smart?

Grundsätzlich kann (fast) jedes Zuhause zum Smart Home werden. Die besten Voraussetzungen habt ihr, wenn ihr das Smart Home schon beim Hausbau oder der Kernsanierung bedenkt und im Zuge dessen die nötigen Leitungen verlegt. So könnt ihr euer Zuhause maximal vernetzen und nahezu jedes Gerät später zentral steuern. Das komplette Vernetzen der Wohnung solltet ihr allerdings einem Fachmann überlassen – wie ihr hier auf Smarthome.de nachlesen könnt. Denn dafür muss erst ein sinnvolles Konzept erstellt werden.

Wenn ihr euch noch nicht schlüssig seid, könnt ihr euch die Option auf intelligentes Wohnen aber auch offen halten und einfach Leerrohre oder Leitungen verlegen. Wollt ihr dann zu einem späteren Zeitpunkt nachrüsten, ist das ohne großen Aufwand möglich.

Zum Smart Home kommt ihr aber auch ohne Bauarbeiten. Diese Möglichkeit eignet sich besonders gut, wenn ihr in einer Mietwohnung oder in einem Altbau wohnt und nicht ohne weiteres Leitungen und Rohre verlegen könnt. Alles was ihr braucht ist ein Breitband-Internetanschluss und WLAN.

Wie teuer ist ein Smart Home?

Zugegeben: Smart Living ist nicht ganz billig. Wählt man die „rundum-sorglos-Variante“, bei der nahezu alles im Haus zentral gesteuert und programmiert werden kann, ist man schnell im fünfstelligen Eurobereich.

Wenn ihr über die Installierung eines derart umfangreichen Systems nachdenkt, lohnt sich ein Abstecher auf die Seite der Smart Home Initiative Deutschland e.V. Hier haben sich Experten aus dem Bereich intelligentes Wohnen zusammengeschlossen und bieten einen unabhängigen Informationsaustausch.

Gibt man sich allerdings mit ein bisschen weniger zufrieden, rückt das Smart Home auch für den Durchschnittsverbraucher in greifbare Nähe. Einzelne Elemente, wie zum Beispiel WLAN-fähige Steckdosen, mit deren Hilfe sich Stromfresser im gesamten Haus auf einen Klick vom Netz nehmen lassen, gibt es zum Beispiel schon für rund 50 Euro.

Es gibt aber auch komplette Pakete, mit denen ihr für verhältnismäßig wenig Geld eine smarte Basis für euer Zuhause bekommt. Für technisch weniger Versierte bietet z.B. die Deutsche Telekom eine bequeme Lösung, mit der sich Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort zentral steuern lassen. Kostenpunkt: ca. 300 Euro. Ein ähnliches Paket bietet etwa auch RWE an.

Unser Fazit: Um fester Bestandteil des modernen Wohnens zu werden, muss sich im Bereich Smart Home mit allen seinen Finessen preislich noch einiges tun. Allerdings finden wir, dass sich schon mit einzelnen günstigen Gadgets viel bewegen lässt. Wir dürfen also gespannt sein, was sich auf diesem Gebiet in Zukunft noch tut. Wir bleiben für euch jedenfalls am Ball oder in dem Fall: am Elektropuls der Zeit.

Foto: © lassedesignen – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin die Genaue bei vivondu. Als Innenarchitektin erstaunen mich meine Kunden oft durch Wünsche und Vorstellungen ihrer Immobilienträume. Genau diese Auffälligkeiten verarbeite ich in meinen Beiträgen. Ich bin Hamburgerin und mag den herben Norden.

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