Pflanzen überwintern – Winterhart oder Winterzart?

Der Winter naht und das heißt „Endspurt“ im eigenen Garten. Wir zeigen, wie ihr Garten und Balkon winterfest macht, was ihr im Winterquartier beachten müsst und was zu tun ist, damit eure Pflanzen im Frühjahr wieder aus dem Winterschlaf erwachen.

 

garten herbst

Winterhart oder nicht? Das ist die Frage.

Wenn sich der Sommer langsam aber sicher dem Ende neigt und die Tage kürzer und kälter werden, ist es an der Zeit, Garten und Balkon winterfest zu machen. Damit eure Pflanzen die kalte Jahreszeit heil überstehen, müsst ihr ihnen beim Überwintern unter die Äste greifen. Wie das geht, zeigen wir euch Schritt für Schritt.

Welche Pflanzen überwintern?

Bevor ihr euch an die Vorbereitungen fürs Überwintern der Pflanzen machen könnt, müsst ihr herausfinden, welche Pflanzen überhaupt überwintern können. Grundsätzlich gilt: Einjährige Pflanzen kommen nicht über den Winter, mehrjährige mit der richtigen Pflege schon.

Ob eine Pflanze ein- oder mehrjährig ist, ist zumeist schon beim Kauf angegeben. Wenn nicht, dann lest am Besten in einem Pflanzenlexikon nach. Zum Beispiel auf Balkon-Oase.de, dort wird die Unterscheidung zwischen ‚mehrjährig‘, ‚einjährig‘ und ‚winterfest‘ für ziemlich viele Pflanzen getroffen.

Habt ihr herausgefunden, welche der Pflanzen überwintern können, müsst ihr diese weiter unterteilen in „winterhart“ und „nicht winterhart“. Winterhart bedeutet, dass die Pflanze robust genug ist, den Winter trotz Frost in unserer Klimazone überleben kann.

Relevant wird der Begriff in der Regel bei Pflanzen, deren natürliches Verbreitungsgebiet nicht das ist, in dem sie gezogen werden. Gebt einfach bei Gartenbank.de den Namen eurer Pflanze in das Suchfeld links oben ein, um festzustellen, ob die Pflanze winterhart ist oder nicht.

Winterharte Pflanzen sollten trotzdem nicht vollkommen ungeschützt bleiben. Stellt sie am besten an einen geschützten, eher dunklen Ort (z.B. an die nördliche Hauswand) und packt sie dick ein, z.B. mit Flies.

Ungeeignet zum Einpacken sind Plastikfolien, da die Pflanzen darunter schwitzen können und sich ein optimaler Nährboden für Pilzerkrankungen und Co. bildet. Als Oberflächenschutz vor Sonne und Schnee eignen sich auch Fichtenzweige oder Laub.

Wichtig ist, dass sich über den Winter keine Staunässe bilden kann. Stellt daher Topfpflanzen am besten auf kleine Füße, damit das Wasser ungehindert abfließen kann.

Unser Tipp: Eingepackte Pflanzen müssen deswegen nicht automatisch hässlich sein. Benutzt einfach farbenfrohes Pflanzenflies oder dekoriert die Töpfe mit Tannenzapfen, Kugeln oder Lichtern.

Die richtige Vorbereitung

Überwintern heißt für Pflanzen so viel wie Winterschlaf. Das bedeutet, sie sollen sich über den Winter in einer Art Energiesparmodus befinden. Damit sie sich rechtzeitig auf den einstellen können, ist es wichtig, die Pflanzen spätestens ab September nicht mehr zu düngen. Ansonsten haben die Triebe nicht mehr genügend Zeit, auszureifen, bevor die Pflanze überwintern soll.

Außerdem solltet ihr die Pflanzen im Herbst weniger gießen. Hintergrund ist der, dass die Pflanzen, sobald sie weniger Wasser und Dünger bekommen, aufhören zu wachsen. Ihr vordergründiges Ziel heißt dann „Überleben“. Dazu wird sie widerstandfähiger und wappnet sich für das Winterquartier.

Bevor ihr die Pflanzen ins Haus holt, solltet ihr sie etwas zurückschneiden (nicht zu stark, da der „radikale“ Rückschnitt idealerweise erst im Frühjahr stattfindet). Auch die Triebe stutzt ihr bei dieser Gelegenheit, entfernt welke Blätter und Laub und untersucht die Pflanze auf Schädlinge (was ihr in diesem Fall tun müsst, ist hier auf lenas-tulpenbaum.de gut beschrieben).

Das passende Winterquartier

Sind alle Vorbereitungen getroffen, können die Pflanzen ihr Winterquartier beziehen. Im Optimalfall ist es dort hell und zwischen 2 und 8 Grad kühl. Natürlich hat nicht jeder zuhause einen Ort, der diese Bedingungen voll erfüllt und ihr seid gezwungen auf Garagen, Kellerräume oder Treppenhäuser auszuweichen:

Das ist kein Problem, solange ihr folgende Faustregel beachtet: Je wärmer der Raum, desto heller sollte er sein; je dunkler, desto kälter.

Übrigens: fast alle größeren Gärtnereien bieten einen Winterdienst für Topfpflanzen an. Wer also keine Möglichkeit hat, seinen Pflanzen ein Winterquartier anzubieten, sollte sich einfach bei der Gärtnerei um die Ecke informieren, welche Angebote es dort gibt.

Pflanzenpflege während des Winters

Haben die Pflanzen einmal ihr Winterquartier bezogen, beginnt für alle Beteiligten die staade Zeit. Da sich das Wachstum der Pflanzen verringert hat, benötigen sie auch deutlich weniger Wasser. In der Regel reicht es dann, wenn sie einmal pro Woche gegossen werden. Achtet aber darauf, nur sehr verhalten zu gießen. Gerade in kühlen Räumen können die Wurzelballen schnell faulen.

Daher immer erst gießen, wenn der Wurzelballen komplett getrocknet ist. Ob das der Fall ist, könnt ihr ganz einfach mit den Fingern überprüfen. Zudem solltet ihr in regelmäßigen Abständen welke Blätter entfernen und die Pflanzen auf Schädlinge untersuchen.

Der Frühling kommt

Rückt der Frühling näher, solltet ihr eure Pflanzen behutsam aus dem Winterschlaf wecken. Das macht ihr, indem ihr ihnen langsam mehr Licht und mehr Wasser gebt. Ab jetzt könnt ihr auch langsam wieder mit dem Düngen beginnen. Bevor ihr sie zurück ins Freie stellt, empfiehlt es sich, sie noch einmal radikal zurückzuschneiden.

Unser Tipp: Gewöhnt eure Pflanzen im Freien langsam an ihren alten Platz. Am besten ihr stellt sie zunächst an einen vor starker Sonne und Witterung geschützten Ort.

Bis Ende Mai kann es zudem (vor allem nachts) immer wieder zu leichtem Frost kommen. Damit eure Pflanzen in dieser Zeit nicht erfrieren, deckt sie über Nacht am besten mit einem leichten Pflanzenflies zu.

Foto: © chihana – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin die Genaue bei vivondu. Als Innenarchitektin erstaunen mich meine Kunden oft durch Wünsche und Vorstellungen ihrer Immobilienträume. Genau diese Auffälligkeiten verarbeite ich in meinen Beiträgen. Ich bin Hamburgerin und mag den herben Norden.

Hinterlasse eine Antwort