Kräuterschnecke – die nötige Würze im Topf

Frische Kräuter verpassen nicht nur eurem Abendessen den letzten Schliff, sie bringen auch mediterranen Flair in den Garten und duften einfach herrlich nach Sommer, Sonne und Urlaub. Wie ihr sogar in der Großstadt zum eigenen Kräutergarten kommt, lest ihr hier.

Kräuter Töpfe

Mit Kräutern dreht ihr jedes Gericht in eine andere Richtung.

Ein paar Blättchen Basilikum auf den Tomatensalat, frischen Rosmarin zur Butter, ein kleines Büschel Minze ins Getränk – Kräuter werten einfach jedes Lebensmittel auf. Und am besten schmecken sie natürlich frisch gepflückt.

Wer jetzt denkt, dass man für einen Kräutergarten einen grünen Daumen und ein monströses Beet braucht, den müssen wir leider enttäuschen: Wir zeigen euch, wie ihr mit ein paar einfachen Tipps und wenig Platz ganz einfach zum eigenen Kräutergarten kommt.

Kräutergarten ohne Garten?

Die gute Nachricht vorweg: Ein Garten ist keineswegs zwingende Voraussetzung für einen Kräutergarten. Vielmehr lassen sich Kräuter so gut wie überall anpflanzen: Auf dem Balkon, im Garten oder sogar auf der Fensterbank in der Küche. Alles was ihr braucht, ist ein passendes Gefäß. Das kann ein ganzes Beet sein oder auch nur ein einzelner Kübel oder Balkonkasten. Besonders gut für Gärten eignet sich eine sogenannte Kräuterschnecke eine Art dreidimensionales Beet in Spiralen-Form, in dem Kräuter verschiedenster Klimazonen zusammen angebaut werden können (hier eine detaillierte Bauanleitung einer Kräuterschnecke auf gruen-erleben.de).

Übrigens: Besonders gut wachsen Kräuter in spezieller Kräutererde. Die könnt ihr problemlos mit 1/3 Sand oder alter Erde strecken. Es gibt einen sehr guten Artikel über die richtige Erde im Magazin von susterra.de.

Welche Kräuter anpflanzen?

Die Auswahl der „richtigen“ Kräuter richtet sich in erster Linie nach eurem persönlichen Geschmack. Habt ihr ein Faible für die italienische Küche? Dann sollten Basilikum, Rosmarin, Thymian und Oregano auf keinen Fall fehlen. Oder mögt ihr es gerne orientalisch? Dann greift am besten zu Curry, Minze und Koriander.

Unabhängig von der Geschmacksfrage müsst ihr unbedingt auch den Standort des Kräutergartens beachten. Einen sonnigen Platz bevorzugen zum beispiel Basilikum, Estragon, Majoran, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, und Thymian.

Dagegen stehen Kerbel, Liebstöckl, Melisse, Petersilie und Schnittlauch lieber im Halbschatten. Halbschattig sind übrigens alle Orte, die nur an einem Teil des Tages Sonne bekommen (Morgen- und Abendsonne), den Rest des Tages aber im Schatten liegen. Halbschatten herrscht vor allem auf Ost-, Westbalkonen und –terassen.

Welche Kräuter im Einzelnen welche Bedingungen bevorzugen, findet ihr in diesem Kräuter-Almanach.

Auf gute Nachbarschaft – welche Kräuter vertragen sich?

Beim Einpflanzen der Kräuter solltet ihr deren Bedürfnisse immer im Auge haben. Manche Kräuter brauchen zum Beispiel viel Platz für sich selbst und mögen keine direkte Nachbarschaft. Dazu gehören Liebstöckl, Estragon, Salbei und Melisse. Diese Kräuterarten pflanzt man am besten in einem eigenen Topf oder mit ausreichend Platz zur nächsten Pflanze.

Außerdem gibt es einige Kräuter, die sich nicht besonders gut miteinander vertragen und darum nicht zusammen angepflanzt werden. Vermeiden solltet ihr die Kombination von Estragon und Dill, Fenchel und Koriander, Basilikum und Melisse, und Pfefferminze und Kamille. Hier auf gartendialog.de findet ihr eine ausführliche Liste an Kräutern, die gut zusammenpassen.

Tipps zum Kauf

Damit ihr lange Freude am eigenen Kräutergarten habt, ist es wichtig, schon beim der Anschaffung ein paar Punkte zu beachten. Grundsätzlich gibt es zwei Wege zum Kräuterbeet: Samen und schon fertige Pflanzen. Samen sind in der Regel die günstigere Variante. Sie sind vor allem denjenigen zu empfehlen, die Spaß an der Aufzucht der Pflanzen haben und sich durch den ein oder anderen Misserfolg nicht entmutigen lassen.

Dem ungeübteren Gärtner sind schon fertig gezüchtete Pflanzen zu empfehlen. Die braucht man nur noch einpflanzen und schon kann geerntet werden. Allerdings solltet ihr die Finger von Supermarkt-Kräutertöpfen lassen. Diese Kräuter wurden in der Regel mit viel Dünger schnell hochgezogen und gehen dementsprechend schnell auch wieder ein. Investiert lieber ein paar Euro mehr und kauft die Pflanzen im Gartencenter oder in der Gärtnerei (einfach hier in der Rubrik Gärtnerei auf Gelbe Seiten eure Postleitzahl eintippen).

Pflege & Ernte

Küchenkräuter sind in der Regel sehr pflegeleicht. Wenn ihr die folgenden 3 goldenen Regeln beachtet, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen:

  1. Richtig gießen!
    Zwar haben nicht alle Kräuter denselben Wasserbedarf, trotzdem haben sie eines gemeinsam; sie mögen keine Staunässe. Die könnt ihr vermeiden, indem ihr kleine Löcher in die Unterseite des Pflanzgefäßes bohrt, dann kann überschüssiges Wasser einfach ablaufen. Auf Kräuterallerlei steht wie das Gießen im Detail funktioniert.
  2. Regelmäßig ernten!
    Schneidet ihr die Kräuter regelmäßig zurück, bzw. erntet sie, regt das den Austrieb an. Bei manchen Kräutern, wie zum Beispiel Thymian, ist das Zurückschneiden zudem wichtig, damit sie nicht ungebremst wuchern.
  3. Finger weg von chemischem Dünger!
    Da die Kräuter aus dem Kräutergarten auf direktem Weg in die Küche wandern dürft ihr sie nicht chemisch düngen. Schadstoffe gelangen ansonsten durch die Wurzeln in die Pflanze und damit auch auf euren Teller.

Foto: © Floydine – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin das Salz in der Suppe der Redaktion. Habe Architektur studiert und verstehe mich als Pragmatiker. Als Architektin gebe ich auch privat gerne Tipps zur Wohngestaltung. Ich bin als waschechte Berlinerin von der Berliner Sichtweise auf Wohnen geprägt.

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