Ein Hoch auf das Hochbeet – Gärtnern ohne Rückenschmerzen

Hobbygärtnern liegt voll im Trend, keine Frage. Für die meisten klingt das aber nach mühsamer, schweißtreibender Arbeit, bei der Rücken- und Knieschmerzen unvermeidlich sind. Die Lösung: Baut euch doch einfach ein Hochbeet! Das ermöglicht bequemes Arbeiten auf angenehmer Höhe. Und schick sieht so ein selbstgebautes Hochbeet auch noch aus. Wir erklären euch, wie es geht.

hochbeet im garten

Ein Hochbeet speichert mehr Sonne und Nährstoffe als ein normales Beet

Der Bau eines eigenen Hochbeetes ist gar nicht schwer – und vielleicht die Lösung für alle, die keine Lust auf stundenlanges Herumkriechen auf den Knien haben, allerdings nicht auf den eigenen kleinen Gemüsegarten oder das farbenprächtige Blumenbeet verzichten möchten.

Vom Prinzip her funktioniert so ein Hochbeet wie ein ganz normales Blumenbeet, nur dass es eben mit 80 bis 100 Zentimetern Höhe bequem zu erreichen und komfortabel zu bepflanzen ist.

Weitere Vorteile eines Hochbeetes, die nicht zu verachten sind: Hochbeete erwärmen sich rasch, ihr könnt deshalb schon früher im Jahr mit dem Anbau beginnen, und bis spät in den Herbst hinein ernten – im Gegensatz zu einem normalen Beet.

Außerdem sind die Pflanzen im Hochbeet besser vor Schnecken geschützt, und es schleicht sich so gut wie kein Unkraut ein. Noch ein großes Plus: die Pflanzen wachsen im Grunde auf einem Komposthaufen, daher ist kein Düngen nötig.

Das solltet ihr vor dem Bau beachten:

  • Idealerweise wird ein Hochbeet in Nord-Süd-Ausrichtung gebaut, um die Sonneneinstrahlung optimal ausnutzen zu können; so bekommt jede Pflanze genug Licht, auch die etwas niedrigeren.
  • Aufgebaut werden sollte das Hochbeet am bestem im Frühjahr oder Herbst. Im Herbst kann sich die Erde bis zum Frühjahr gut setzen, im Frühling gibt es durch den sogenannten Gehölzschnitt (das Beschneiden von Bäumen und Sträuchern) mehr Material zum Befüllen des Beetes.
  • Das Hochbeet sollte mindestens 80 Zentimeter hoch und höchstens 120 Zentimeter breit sein, damit man die Mitte bequem erreichen kann; außerdem sollte es mindestens circa 200 Zentimeter lang sein, so kann man bequem hineinsteigen, um das Beet nach einigen Jahren neu zu befüllen.

Welche Art von Beet will ich?

Bevor ihr mit dem Bau anfangt, solltet ihr euch überlegen, welches Material ihr dafür wollt. Holz, Kunststoff, Naturstein und Metall sind die gefragtesten Werkstoffe.

Am häufigsten kommt die Bauweise mit naturbelassenem oder druckimprägniertem Holz (Lärche, Robinie oder Douglasie) vor.

Solltet ihr euch für ein Holzbeet entschieden haben, benötigt ihr: Holzlatten für die Seitenwände, sowie Kanthölzer oder Pfosten zur Stabilisierung, ferner Teichfolie und Kaninchengitter sowie Holzschutzfarben, Schrauben und Werkzeug. Diese Materialien bekommt ihr alle problemlos im Baumarkt.

Das Zusammenbauen des Beetes läuft im Großen und Ganzen so ab

  • Stellfläche mit Pfosten abstecken
  • circa 30 Zentimeter tiefe Grasnarbe auf der Beetfläche ausheben und Eckpfosten setzen
  • Höhe mittels des am höchsten stehenden Pfostens festlegen
  • Seitenplanken waagrecht montieren
  • Kaninchengitter zum Schutz vor Mäusen und Maulwürfen innen an den Brettern befestigen
  • Restliche Bretter annageln
  • Innen und außen Holzschutz auftragen
  • Pfostenkappen aufsetzen und Beet innen mit Teichfolie auslegen

Das Auskleiden mit Teichfolie ist besonders bei Holzbeeten wichtig, damit die Innenwände nicht direkt mit dem verrottenden Kompost in Berührung kommen. Auch bei einem Steinbeet sollte eine Innenverkleidung vorhanden sein, damit keine Feuchtigkeit durch den Stein sickert und ihn mit der Zeit unansehnlich macht.

Die genauen Arbeitsschritte könnt ihr euch nochmal hier bei landwirt.com ansehen. Und hier bei Pflanzenkunde.net wird ziemlich gut erklärt, wie man ein Beet aus Stein oder Metall herstellt.

Wie befülle ich mein Hochbeet?

Das Hochbeet wird in der Regel mit verschiedenen 20 Zentimeter hohen Schichten befüllt, die von unten nach oben immer feiner werden:

Die Basis sollten grobe Äste und Zweige bilden, die dafür sorgen, dass die Grünabfälle von unten gut durchlüftet werden. Das ermöglicht eine gleichmäßige Zersetzung. Die zweite Schicht bilden dann besagte Grünabfälle, Laub, Grassoden oder auch Pappkarton. Die dritte Schicht besteht aus feineren Pflanzenresten wie zum Beispiel gehäckselten Sträuchern, Herbstlaub, halb verrottetem Stallmist oder Stauden.

Als letzte Schicht wird dann reifer Kompost oder Humuserde bis zum Rand aufgefüllt. Eine sehr anschauliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern und persönlichem Erfahrungsbericht findet ihr übrigens auf martins-gartenprojekte.blogspot.de.

Was baue ich im Hochbeet an?

Das Hochbeet eignet sich hervorragend für jegliche Gemüsesorten, ihr könnt also frei nach euren persönlichen Vorlieben pflanzen.

In den ersten zwei Jahren nach dem Bau gibt das Beet am meisten Nährstoffe ab, was jedoch nicht alle Pflanzen gleich gut vertragen. Sogenannte Starkzehrer, die viele Nährstoffe brauchen, sind deshalb für den Anfang ideal: Das sind zum Beispiel Tomaten, Kohl, Lauch, Gurken, Sellerie oder Zucchini.

Im nächsten Jahr dürfen dann schon sogenannte Mittelzehrer wie Radieschen, Zwiebel, Eissalat oder Porree dazukommen, und im dritten Jahr könnt ihr die Schwachzehrer (Erbsen, Feldsalat, Bohnen, Gartenkresse und einige mehr) dazu nehmen.

Ein Hochbeet lässt sich prima dicht bepflanzen, und ist sehr gut für herabhängende Pflanzen geeignet, wie zum Beispiel Gurke oder Hängeerdbeere. Diese bleiben meist von Grauschimmel verschont, da sie nicht auf feuchter Erde aufliegen.

Wenn ihr richtig reiche Ernte haben möchtet, dann pflanzt am besten Mischkulturen wie Karotten und Porree, Gurken und Dill oder Kopfsalat und Erdbeeren. Welche Pflanzen sich gut vertragen, und welche weniger gut, seht ihr auch hier auf mein-gartenbuch.de. Nur sehr raumgreifende Gemüsearten wie Kürbis, Zucchini oder Rhabarber sind nicht so gut für das Hochbeet geeignet.

Blumen und Kräuter gehen natürlich auch

Ihr könnt in eurem Hochbeet auch Blumen anpflanzen, wenn ihr gerne für Garten oder Terrasse einen bunt blühenden Blickfang haben wollt. Dabei solltet ihr darauf achten, die am höchsten wachsenden Blumen in der Mitte zu positionieren, und die niedrigsten außen.

Natürlich könnt ihr auch eure Lieblingskräuter im Hochbeet anpflanzen. Die Kräuter werden angeblich sogar im Geschmack intensiver, da sie viele Nährstoffe und viel Sonne bekommen.

Folgende Regeln gibt es für Kräuter im Hochbeet:

  • Sogenannte wüchsige Kräuter wie Liebstöckel, Estragon, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei oder Dill sollten in den Hintergrund gesetzt werden
  • Halbhohe Kräuter wie Kerbel oder Anis kommen in die Mitte
  • Kleinwüchsige Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Majoran und Kresse gehören an den Rand

Wenn ihr diese paar einfachen Regeln beachtet, dann könnt ihr alle Vorteile dieses praktischen und effizienten Beets voll auskosten. Und das meinen wir im wahrsten Sinne des Wortes, denn selbst gezogenes Gemüse und eigener Salat schmecken einfach viel besser als das im Supermarkt gekaufte Grünzeug. Darin sind sich höchstwahrscheinlich alle Hobbygärtner einig!

Foto: © 77SG - Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin das Salz in der Suppe der Redaktion. Habe Architektur studiert und verstehe mich als Pragmatiker. Als Architektin gebe ich auch privat gerne Tipps zur Wohngestaltung. Ich bin als waschechte Berlinerin von der Berliner Sichtweise auf Wohnen geprägt.

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