Gemüsegarten auf dem Balkon

Ihr habt nur einen Balkon, möchtet aber trotzdem nicht auf selbst angebautes Gemüse verzichten? Kein Problem! Wir zeigen euch, wie euer kleiner Freisitz zum Nutzgarten wird.

gemüsegarten balkon

Gärtnern für Urbanauten: Ein Gemüsegarten auf 5 m².

Leckere Suppen, knackige Salate oder gesunde Beilagen – das alles schmeckt mit richtig reifem Gemüse einfach am besten. Und was kann schon gesünder sein als Selbstangebautes? Wenn ihr euch an dieser Stelle mangels eigenem Gartens ausklinken wollt, kommt hier die gute Nachricht: Ihr braucht gar nicht unbedingt einen Garten! Ein kleiner Balkon oder eine Terrasse reichen schon völlig aus, um sich ein Stückchen Landlust nach Hause zu holen!

Das A und O

Ok, ein bisschen zurückrudern müssen wir dann doch: Damit das Projekt Balkongarten klappt, müssen ein paar kleine Voraussetzungen erfüllt sein. Nur dann könnt ihr sichergehen, dass euer angepflanztes Gemüse auch wächst und gedeiht.

  • Erde:
    Da euer Balkongemüse seine Wurzeln nicht in die Tiefen des Erdreichs ausstrecken können, müsst ihr dafür sorgen, dass auch in dem wenigen Erdreich, das ihnen zur Verfügung steht, genügend Nährstoffe vorhanden sind. Am besten reichert ihr die Pflanzerde gleich mit Kompost an und gebt dann einen Langzeitdünger dazu. Da die Gemüsepflanzen viele Nährstoffe brauchen, solltet ihr außerdem regelmäßig nachdüngen.
  • Luft:
    Damit eure Pflanzen nicht zum Nährboden von Schädlingen werden, ist es wichtig, dass die Luft um sie herum immer gut zirkulieren kann (das ist bei offenen Balkonen eigentlich immer der Fall). Ungeeignet sind also Wintergärten und komplett umbaute Balkone.
  • Sonne:
    Gemüse braucht Sonne! Zwar braucht nicht jede Sorte immer gleich einen Südbalkon, ein gewisses Mindestmaß an Licht brauchen aber alle Pflanzen. Euer Balkon sollte also nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet sein.
  • Platz:
    Achtet unbedingt darauf, welche eurer Gemüsesorten wie viel Platz braucht. Zwar geben sich einige Pflanzen auch mit einem kleinen Balkonkasten zufrieden, aber eben nicht alle. Auf Nummer sicher geht ihr mit Pflanzgefäßen, die 10 Liter oder mehr fassen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual…

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, euren Balkongarten zu gestalten:

Da wären zunächst einmal die klassischen Kübel. In verschiedenen Größen (s.o.), Formen und Farben sind sie ein echter Hingucker auf dem Balkon. Außerdem lassen sie sich immer wieder neu arrangieren, und wenn mal ein Pflänzchen eingeht, könnt ihr es schnell austauschen.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Hochbeet. Das könnt ihr ganz easy selber anlegen. Der Vorteil: Ihr könnt es ganz individuell eurem Balkon anpassen. Der Nachteil: Ist das Hochbeet relativ groß, fasst es auch viel Erde. Und wenn die nass ist, wird das Beet ziemlich schwer und eignet sich damit auch nicht mehr für den Balkon.

Und dann wären da noch die Blumenkästen. Hier gedeihen zwar aufgrund des Platzangebots nicht alle Pflanzen, dafür ist diese Variante aber besonders platzsparend und praktisch, da die Kästen einfach außen am Geländer angebracht werden können. Besonders gut kommen übrigens Salat, Spinat, Radieschen und Kräuter mit dem spärlichen Platzangebot zurecht.

Lasset das Gärtnern beginnen!

Wenn ihr die nötigen Vorbereitungen getroffen habt, geht es endlich ans Pflanzen. Wie man richtig anpflanzt, erfahrt ihr zum Beispiel bei tippsundtricks24.de. Wie bereits erwähnt eignen sich nicht alle Gemüsesorten dazu, auf dem Balkon gezüchtet zu werden. Gerade Sorten wie die Kartoffel, die viel Erde (und damit Gewicht) braucht, solltet ihr meiden.

Folgendes Grünzeug schreit übrigens geradezu nach einem Platz auf dem Balkon:

  • Kräuter: Sie verleihen nicht nur euren Rezepten, sondern auch dem Balkon den letzten Schliff. Sie sehen hübsch aus, riechen gut und sind einfach zu pflegen. Achtet aber darauf, dass ihr die Kräuter an einen halbschattigen Platz stellt.
  • Paprika: Auch die Paprika solltet ihr erst nach den Eisheiligen rausbringen. Damit ihr dann aber nicht allzu lange auf die Ernte warten müsst, lohnt es sich, die kleinen Pflänzchen im Warmen schon mal vorzuziehen.
  • Karotten: Sie sind weniger empfindlich und ihr könnt sie schon ab Mitte Februar säen. Das Grün, das schon bald aus der Erde sprießen wird, sieht übrigens sehr hübsch aus. Achtet aber darauf, dass ihr zwischen den einzelnen Pflanzen genug Platz lasst.
  • Tomaten: Die Tomate liebt Balkone und ist dementsprechend oft dort anzufinden. Allerdings braucht sie viel Sonne und Licht. Außerdem ist sie sehr frostempfindlich und sollte daher erst nach den Eisheiligen nach draußen gestellt werden. Und für alle, die zum ersten Mal Tomaten selber ziehen: Auf gaertnerblog.de findet ihr hilfreiche Tipps & Tricks wie es mit den Tomaten sicher klappt.
  • Gurken: Auch sie lieben Balkone! Sie brauchen zwar genau wie die Tomaten viel Licht und Wasser, dafür kann man sie aber prima in Hängeampeln anpflanzen. Übrigens gibt es auch besonders kleine und dekorative Gurkenarten!

Wenn ihr jetzt auch Lust auf Urban Gardening bekommen habt und noch mehr Auswahl sucht, dann schaut doch einfach mal auf balkonia.de vorbei.

Foto: © cottonfioc – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin das Salz in der Suppe der Redaktion. Habe Architektur studiert und verstehe mich als Pragmatiker. Als Architektin gebe ich auch privat gerne Tipps zur Wohngestaltung. Ich bin als waschechte Berlinerin von der Berliner Sichtweise auf Wohnen geprägt.

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