Wohnen 2.0 – Tiny Houses als smarte Wohnalternative

Mikrohäuser geben einen Vorgeschmack darauf, wie intelligentes Bauen und Wohnen in der Zukunft aussehen kann. Sie bestechen nicht nur durch ihr innovatives Design, sondern beeindrucken vor allem mit einem durchdachten Konzept. Revolutionieren die Minihäuser unsere Vorstellung von Wohnen und Leben?

kleiner junge spielt mit tiny houses

Typisch – der Kleine will das ganz Große.

Der freie Platz wird knapper, Familien kleiner, Häuser aber immer größer. Das ist die Formel, die die momentane Wohnsituation auf den Punkt bringt. Dass diese Situation der Zukunft nicht auf Dauer standhalten kann, liegt auf der Hand. Vor dem Hintergrund dieses Missstandes entstand eine gesellschaftliche Bewegung, die der aktuellen Entwicklung bewusst entgegenwirken will: Die sogenannte Small-House-Bewegung. Ihr klares Ziel: Nachhaltigkeit. Und das soll sich nicht zuletzt in der Art zu wohnen widerspiegeln.

Tiny-Houses als ökologische Alternative

Die Lösung lautet „Mikrohaus“. Die bis zu 55 m² „großen“ Domizile bieten eine Wohnlösung, die sich den Bedürfnissen der modernen Zeit anpassen: sie sind ökologisch, praktisch, mobil und vor allem eines – preiswert. Der neueste Clou auf diesem Feld gelang dem US-Startup „ Ecovative Design“. Sie entwickelten ein aus Pilzkulturen gewachsenes Fertighaus und das für gerade einmal wahnsinnige 6500 Euro. Bei solchen Meldungen lohnt es sich, die Minihäuser einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die erschwingliche Alternative für Häuslebauer

Mikrohäuser lassen den Traum vom Eigenheim in Zukunft wesentlich realistischer werden. Sie sind meist modulartig gefertigt und beliebig erweiterbar. Damit sind sie auch für diejenigen interessant, die aktuell unter den 40% der Haushalte rangieren, die aus nur einer Person bestehen. So kann man beispielsweise mit 1-2 Würfeln starten und im Falle der Familiengründung einfach und unkompliziert neue Module anfügen.

Mobile Raumwunder

Aber das ist nicht der einzige Vorteil, den Modulhäuser mit sich bringen: sie lassen sich aufgrund ihrer überschaubaren Größe problemlos von A nach B transportieren und passen selbst in die kleinste Baulücke. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen das Projekt „Eigenheim“ einer langwierigen Suche nach dem richtigen (und bezahlbaren!) Standort sowie oft kaum stemmbaren Kreditbelastungen bedurfte.

Die umweltbewusste Alternative

Von unschätzbarem Wert ist vor allem, dass die Mikrohäuser nur einen kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Durch ihren geringen Energiebedarf, die Nutzung ökologischer Baustoffe und sehr kleine überbaute Fläche ist ihre CO2-Bilanz vorbildlich.

Der Allrounder unter den Fertighäusern

Interessant sind die Tiny Houses aber nicht nur, um sie als Hauptwohnsitz zu nutzen. Denn vor allem als Büros, Geschäftsräume oder Ferienwohnungen erweisen sich die Winzlinge als echte Alternative zum „normalen“ Haus. Das Potenzial der Module wird aktuell in verschiedensten Bereichen ausgetestet und erfreut sich regem Interesse. So wurde in München mit dem „O2-Village“ sogar ein kleines Dorf aus Mikrohäusern erschaffen, um dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studenten entgegenzuwirken.

Wer die kleinen Modulhäuser einmal hautnah erleben möchte, kann das übrigens im SCUBE Park Berlin tun – einer Ferienanlage, die ganz im Zeichen der Tiny Houses steht. Viel Spaß beim Quetschen!

Foto: © Sergey Nivens – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin der "Italiener" unserer Autoren. Als Modemacher interessiere ich mich nur privat für Bauen und Wohnen. vivondu ist daher auf diesem Gebiet mein einziges Sprachrohr. Ich habe lange in Mailand gelebt und bin jetzt in München dahoam.

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