Kleiner Balkon – aber oho

Auch wenn er oft eine Nummer zu klein ausfällt: Wer einen Balkon hat, kann sich in einer Stadt glücklich schätzen. Wir zeigen euch, wie ihr es schafft, auf 3 m² eine im wahrsten Sinne des Wortes „kleine“ Oase zu schaffen. Es könnte so schön sein: Ein eigener Balkon mitten in der Stadt, ein paar Quadratmeter Privatsphäre an der frischen Luft. Wäre da nicht ein „kleiner“ Haken. Der Balkon ist einfach zu winzig, um ihn sich schön zu machen?!

kleiner balkon an grünem haus

Ein kleiner Balkon braucht große Ideen.

Wir finden: Jeder Balkon kann gemütlich werden, auch der Allerkleinste! Wie das funktioniert zeigen wir euch in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Schritt 1: Schöner Boden

Damit euer Balkon einladend wird, müsst ihr wie immer unten anfangen: am Boden nämlich. Ein hässlicher Betonboden ist vielleicht funktional, aber eben nicht schön. Er lässt den Balkon klein und trist wirken und lädt nicht dazu ein, es sich gemütlich zu machen. Einfache und effektive Abhilfe schaffen Klickfliesen aus Holz oder Kunststoff. Die sind in jedem Baumarkt zu bekommen und lassen sich auch ohne Vorkenntnisse ganz einfach verlegen: ineinander klicken und fertig. Und aufgrund der geringen Fläche halten sich die Kosten bei kleinen Balkonen in Grenzen.

Übrigens haben Holzfliesen auch einen praktischen Nutzen: sie speichern die Wärme und geben sie ab, sobald die Sonne weg ist. So wird es auch in lauen Nächten nicht kalt an den Füßen.

Wie schnell euer Balkon nur durch ein paar neue Holzfliesen gemütlicher wird, seht ihr in diesem Video.

Schritt 2: Die eigenen Bedürfnisse

Kleiner Balkon – wenig Platz. Da ihr aus Platzgründen nicht alles haben könnt, solltet ihr euch zunächst überlegen, was euer Traumbalkon bieten soll. Wollt ihr einen netten Sitzplatz für das Frühstück zu zweit? Eine Chillout-Lounge zum Lesen und Einkuscheln? Reicht euch ein gemütlicher Hocker und ein Beistelltischchen zum kurzen Relaxen? Oder braucht ihr Platz für Yoga in der Sonne? Habt ihr diese Frage geklärt, geht es mit Schritt 3 weiter.

Schritt 3: Platz schaffen

Platz ist – ihr wisst es schon – Mangelware auf kleinen Balkonen. Natürlich könnt ihr keine zusätzlichen Quadratmeter schaffen, aber alles zu verbannen, das euch Platz raubt, ist einfach zu bewerkstelligen:

Darunter fallen vor allem Pflanzen. Sie müssen nicht auf dem Boden stehen! Ihr könnt sie z.B. einfach in Hängekübeln aufhängen. Oder ihr benutzt Balkonkästen und befestigt sie außen am Geländer. Eine andere Möglichkeit ist: ihr stellt ein schlankes Regal an eine freie Wand und stapelt die Töpfe in die einzelnen Fächer von unten nach oben – voilà ein Pflanzenschrank. Der Kreativität sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

Ein weiterer Platzfresser ist der Sonnenschirm bzw. dessen Schirmständer. Alternativ dazu könnt ihr entweder ein Sonnensegel anbringen oder eine Sonnenschirmhalterung besorgen, die an das Balkongeländer angebracht wird.

Auch der Tisch raubt euch wertvollen Platz. Je nachdem wie wichtig euch ein großer Tisch ist, könnt ihr ihn durch ein Modell ersetzen, das man am Balkongeländer befestigt und bei Bedarf einfach ausklappt.

Außerdem sind alle Arten von Klappmöbeln sinnvoll. Sie lassen sich ruck zuck zusammenfalten und platzsparend verstauen. Unser Tipp: Hängt doch die Klappstühle, die ihr nicht jeden Tag braucht an der Wand auf. Das sieht witzig aus und kostet keinen Platz.

Wirklich tolle Tipps und Gestaltungsideen findet ihr auf diesem Blog der Baseler Zeitung – mit Stil- und Farbtipps.

Schritt 4: Die richtigen Möbel

Die Auswahl der Möbel ist gerade auf kleinem Raum enorm wichtig. Nicht nur dass sie wenig Platz verbrauchen sollen (s.o.), auch ihr Äußeres ist wichtig. Bei kleinen Balkonen darf die Wahl ruhig auf knallige Farben fallen. Sie lenken den Blick auf sich und lassen den Balkon dadurch größer wirken.

Wichtig sind auch Möbel mit „double use“, sprich solche Möbel, die nicht nur auf einen einzigen Nutzen beschränkt sind. Klappbänke sind solche Exemplare: Sie bieten Platz für Grillutensilien & Co. und sind gleichzeitig eine gemütliche Sitzgelegenheit.

Selbst Liegemöglichkeiten können durchaus platzsparend sein. Nehmt doch statt einem bulligen Liegestuhl eine Hängematte. Einfach zwei starke Haken in die Wände dübeln und schon kann es losgehen. Und nach dem Sonnenbad wird die Hängematte einfach zusammengerollt und in der Wohnung verstaut.

Wenn ihr die passenden Möbel für euren Balkon nicht findet, könnt ihr sie mit ein bisschen Geschick auch einfach selbst zimmern. Besonders gut eigenen sich dafür Europaletten. Die gibt es gebraucht preisgünstig zu kaufen und sie lassen sich leicht verarbeiten. Einfach auf die gewünschte Länge zuschneiden, aufeinander stapeln und fixieren; anschließend ein großes Brett als Sitzfläche anbringen und fertig ist die selbstgemachte Sitzgelegenheit im rustikalen Industrie-Look. Zum Schluss könnt ihr sie noch nach euren Vorstellungen aufmotzen, z.B. mit Farbe, Stoffen oder dicken Kissen.

Schritt 5: Wohl fühlen

Habt ihr den Balkon zu einer Wohlfühl-Oase umgemodelt, gibt es nur noch eines zu tun: Genießt die sonnigen Momente des Lebens!

Übrigens: Weitere Ideen zum hippen Balkon-Styling findet ihr auf roomido in diesem Artikel.

Foto: © Kruwt – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin der "Italiener" unserer Autoren. Als Modemacher interessiere ich mich nur privat für Bauen und Wohnen. vivondu ist daher auf diesem Gebiet mein einziges Sprachrohr. Ich habe lange in Mailand gelebt und bin jetzt in München dahoam.

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