Kaminofen – Faszination Feuer

Im Herbst und Winter dürstet es gerade die Verfrorenen unter uns nach Wärme und Behaglichkeit. Da fällt die Entscheidung für einen eigenen Kaminofen denkbar leicht. Mit ein wenig Hilfe vom Fachmann können sich Feuerfans ihren Kaminofen sogar selbst einbauen. Wir haben für euch das kleine ABC rund um den Kaminofen zusammengestellt – damit ihr euch auch bald am eigenen Feuerchen die Füße wärmen könnt. Los geht’s!

frau vor dem kaminofen

Kaminöfen sollen heutzutage nicht nur Wärme spenden, sondern auch umweltfreundlich sein.

Wer sich zuhause einen Kaminofen einbauen möchte, hat mehrere Möglichkeiten, die auch ein wenig vom technischen Geschick des Heimwerkers abhängen. Wer den Kaminofen beim professionellen Händler kauft, der bekommt meist den Ofen inklusive Installation.

Etwas anders sieht es bei Internethändlern und Bausätzen aus dem Baumarkt aus. Zwar ist der nachträgliche Einbau eines Kaminofens nicht so zeitintensiv und aufwändig wie der Bau eines richtigen, fest installierten Kamins, dennoch gibt es einiges zu beachten. Und hier wollen wir auch schon etwas tiefer einsteigen: Wer sich den Kamin selbst aufbauen möchte, der sollte sich vorher eingehend mit den Kaminofen-Vorschriften befassen.

Wo soll der Kaminofen stehen?

Wenn ihr eine Stelle ausgesucht habt, an der euer Kaminofen stehen soll, dann steht als nächster Schritt die Beratung durch den Schornsteinfeger auf dem Programm. Ein Schornsteinfeger kann zum Beispiel feststellen, ob der vorhandene Schornstein für den Anschluss eines Kaminofens geeignet ist.

Der Schornsteinfeger kann außerdem wertvolle Tipps hinsichtlich der Größe geben und die Wiederinbetriebnahme eines abgemeldeten Schornsteins vollziehen. Falls sich herausstellt, dass kein geeigneter Schornstein vorhanden ist, kann ein neuer Schornstein angebaut werden, der durch einen Durchbruch in der Wand an der Außenwand nach oben verläuft.

Wenn ein Außenanbau nicht möglich ist, muss der Kamin durch das Gebäude verlegt werden, was etwas aufwändiger ist. Dabei sollte man sich jedoch ebenfalls von einem Schornsteinfeger beraten lassen.

Ohne Bescheinigung geht nichts

In Deutschland gibt es für die Inbetriebnahme eines Kaminofens eine erforderliche Bescheinigung. Die sogenannte Prüfstandsmessbescheinigung ist der Nachweis dafür, dass der Ofen aktuelle Umweltauflagen erfüllt. Beim Händler bekommt man diese ungefragt, jedoch entsprechen in der Regel alle in Deutschland verkauften Kaminöfen diesen Anforderungen.

2015 tritt eine weitere Verordnung in Kraft, die laut Frank Kienle, dem Geschäftsführer des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik jedoch ebenfalls von den meisten Kaminöfen erfüllt wird. In jedem Fall müsst ihr euren Kaminofen nach dem Bau vom Schornsteinfeger abnehmen lassen.

Welches Modell möchte ich?

Kaminöfen gibt es in einer Vielzahl an Varianten: aus Naturstein, Keramik, Gusseisen, Speckstein oder Granit. Entscheidend für die Wahl des richtigen Modells ist in erster Linie der Standort, zum Beispiel in der Mitte des Raumes oder an der Wand. Nach ihm richtet sich die Art und Länge des Schornsteins.

Aktuelle Modelle verfügen über einen zusätzlichen Wärmespeicher, der den Ofen noch lange warmhält und nachheizt, auch wenn das Feuer schon erloschen ist. Denn um Wärme möglichst lange speichern und abgeben zu können, braucht es in erster Linie Masse.

In den ohnehin schlanken, hohen Öfen lässt sich jedoch problemlos zusätzliche Speichermasse unterbringen – je nach Modell sogar bis zu 70 Kilogramm. Ein Kaminofen mit so viel Speichermasse heizt unter Umständen bis zu 10 Stunden nach. Die wohlige Wärme bleibt euch also lange erhalten.

Ansonsten ist die Wahl des richtigen Ofens auch Geschmackssache: Überlegt euch, ob der Ofen lieber mit der Umgebung verschmelzen soll, oder ob ihr ihn als optischen Mittelpunkt des Raumes einplant.

Je nachdem könnt ihr zwischen kleineren, schlankeren, oder großen auffälligen Modellen wählen. Wenn ihr den Bausatz beim Hersteller bestellt, könnt ihr in der Regel sogar ziemlich viel Einfluss darauf nehmen, wie der Kamin aussehen soll.

So dürft ihr zum Beispiel neben der Größe des Feuerraums meist auch Farbe und Material der Anbauteile bestimmen, und ob es ein Front- oder Eckgerät wird. Bei der Wahl des richtigen Ofens kann euch auch Stiftung Warentest helfen.

Und los geht’s mit der Montage

Wenn ihr in Abstimmung mit dem Schornsteinfeger den idealen Platz für euren Kaminofen festgelegt habt, kann es losgehen mit der Montage. Die Schritte sind, auch bei verschiedenen Modellen, immer mehr oder weniger gleich.

Der Rauchrohranschluss muss gelegt werden, und wenn ihr einen Fußboden aus brennbarem Belag habt, müsst ihr eine Feuerschutzplatte darauflegen. Diese muss den Vorschriften zufolge nach vorne 50 Zentimeter und seitwärts 30 Zentimeter unter dem Ofen herausragen. Anschließend wird der Kaminofen aufgestellt und ans Rauchrohr angeschlossen, und der Feinstaubfilter wird eingesetzt.

Zum Schluss folgt die Montage der Seiten- und Deckkacheln. Letzter Schritt vor der endgültigen Inbetriebnahme ist die Abnahme durch den Schornsteinfeger. Wichtiger Hinweis: Wenn ihr Rigips-Wände oder Spanplatten-Wände habt, solltet ihr das Ofenrohr richtig gut isolieren, weil ansonsten die abgegebene Hitze des Rohrs einen Brand auslösen kann. Auch die komplette Wand, an der der Ofen steht, sollte gut isoliert sein.

Die genauen Anleitungen könnt ihr nochmal hier bei Bauhaus oder auch auf YouTube ansehen. Der größte Pluspunkt bei Bausatz-Kaminöfen ist definitiv die Montagezeit. Mit ein bis zwei Tagen solltet ihr zwar rechnen, doch bis ein gewöhnlicher Kamin steht, kann es locker doppelt so lange dauern.

Falls ihr die Montage doch lieber dem Fachmann überlasst, solltet ihr mit Preisen um die 1000 Euro rechnen. Bei einem herkömmlichen Kamin liegen sie aber doppelt so hoch.

Heizen mit Holz, Gas oder Pellets?

Pellets lassen sich viel exakter dosieren und sind umwelt- und energietechnisch sehr effektiv, da sie im Vergleich zu normalen Holzscheiten einen höheren Wirkungsgrad haben- das heißt sie brennen einfach länger. Nachteil: Ein Kamin mit Pelletfunktion hat in der Regel eine kleinere Frontscheibe, und verbreitet dadurch weniger von der klassischen „knisternden Kamin-Gemütlichkeit“, die sich viele von einem Kaminofen erhoffen.

Es gibt jedoch sowohl bei Pellets als auch bei Gas die Möglichkeit, den Ofen durch einen etwas aufwändigeren Einbau an die Warmwasserversorgung anzuschließen und so das ganze Haus zu heizen. Fazit für Pellets: umweltschonend, gut für den Geldbeutel, aber eben nicht ganz so behaglich.

Gaskamine sind ebenfalls eine gute Alternative zu Holz: Hinter der Glastür lodert zwar eine Flamme, der Kamin bleibt jedoch sauber. Hinter der Fassade ist der Kamin an ein raffiniertes System von Lüftungsheizungen angeschlossen. Dieses zieht sich durch das Haus, und sorgt dafür, dass Wärme ausgestrahlt wird. Eine Flüssigpatrone kann bis zu 25 Stunden halten.

Der gute alte Kachelofen weist ebenfalls eine hervorragende Heizbilanz auf: Er verbreitet bis zu 24 Stunden Wärme und wird mit Pellets, Holz oder Kohle beheizt. Ihm wird eine besonders behagliche Wärme nachgesagt, da diese gleichmäßig Hitze ausstrahlt – das ist wie pures Lagerfeuer. Noch ein Vorteil des Kachelofens: Er verbrennt seinen Brennstoff komplett.

Bei der Planung eines eigenen Kaminofens gibt es, wie ihr seht, einiges zu beachten, und damit ihr nichts vergesst, solltet ihr euch am besten vorher mit einem Fachmann unterhalten. Hier auf ofenwelten.de könnt ihr euch noch jede Menge Infos und Inspiration zum Thema Kaminofen holen – und viel tolles Kamindesign gibt´s auch zu sehen.

Foto: © CandyBox Images – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin die Genaue bei vivondu. Als Innenarchitektin erstaunen mich meine Kunden oft durch Wünsche und Vorstellungen ihrer Immobilienträume. Genau diese Auffälligkeiten verarbeite ich in meinen Beiträgen. Ich bin Hamburgerin und mag den herben Norden.

Hinterlasse eine Antwort