Haus & Winter – über U-Werte, Wasserleitungen und Co.

Wenn die Temperaturen fallen und vielleicht schon der erste Schnee vor der Haustür liegt, ist es an der Zeit, das Eigenheim richtig winterfest zu machen. Schließlich verlangt die kalte Jahreszeit unseren Dächern, Fenstern und Türen einiges ab. Mit unserer Checkliste seid ihr auf der sicheren Seite, und der Winter kann kommen.

eingeschneites haus

Schnee bis unters Dach sieht ja malerisch aus – aber wer will schon vor Schneemassen kapitulieren?

Das Eigenheim winterfest machen hört sich leicht an – aber was müsst ihr beachten? Folgende Punkte sind am wichtigsten:

  • Inspektion des Daches und der Dachrinne
  • Kontrolle und Dämmung der Heizungs- und Wasserrohre
  • Reparatur undichter Türen und Fenster
  • Schutz der Wasserleitungen gegen Frost

Das Dach muss völlig intakt sein

Das Dach ist einer der Haupt-Schwachpunkte wenn es darum geht, das Haus winterfest zu machen. Gerade nach den heftigen Stürmen dieses Sommers rät der TÜV dazu, zu prüfen, ob das Dach richtig dicht ist (Link-TÜV). Falls nicht, kann nämlich Feuchtigkeit eindringen, die auf Dauer die Bausubstanz des Dachstuhls beschädigt.

Die Dachrinne könnt ihr einfach selbst überprüfen. Achtet darauf, sie gründlich von Herbstlaub und Schmutz zu befreien. Sonst könnten die Fallrohre verstopfen, die Dachrinnen laufen über, und das schmutzige Wasser richtet große Schäden an der Fassade oder der Dachkonstruktion an. Auf dem Blog operation-eigenheim.de wird auch erklärt, wie ihr eure Dachrinne am besten reinigt.

Nächster Punkt in Sachen Dach: Schaut in euren Bauunterlagen nach, was für euer Haus die maximal zulässige Schneelast ist. Auch das solideste Dach kann nämlich nur eine bestimmte Menge an Schnee tragen, und gerade wenn ihr in einer schneereichen Region wohnen solltet, ist es gut, die genaue Menge zu wissen. Falls ihr die Informationen nicht mehr finden könnt, wendet euch einfach an das örtliche Bauamt.

Prüft die Dämmung eurer Heizung

Ein weiterer wichtiger Punkt auf unserer Checkliste ist das Thema Heizung. Ihr solltet unbedingt die Dämmung der Rohre kontrollieren. Laut Energiesparverordnung seit Ende 2011 müssen so gut wie alle oberirdisch verlaufenden Heizungs- und Warmwasserrohre gedämmt sein. Falls ihr ein bisschen handwerklich begabt seid, könnt ihr Dämmschalen im Baumarkt kaufen und die Rohre einfach selbst dämmen.

Werft am besten auch einen Blick auf die einzelnen Heizkörper. Wenn sich Luft in ihnen befindet, kann der Heizkörper niemals seine maximale Temperatur erreichen – ihr verschwendet also unnötig Heizkosten. Wenn ihr beim Heizen gluckernde Geräusche hört, dann muss die Heizung entlüftet werden. Wie genau ihr das machen könnt, wird zum Beispiel hier auf heimwerker.de Schritt für Schritt erklärt.

Wenn ihr in Sachen Heizung auf Nummer Sicher gehen wollt, empfiehlt es sich, die komplette Heizanlage einmal pro Jahr von einem Fachbetrieb überprüfen zu lassen. So könnt ihr auf Dauer Energiekosten sparen und müsst euch nicht um eventuelle Mängel sorgen.

Sind eure Fenster auch wirklich dicht?

Wenn es bei euch ständig fröstelig kalt ist, ihr aber nicht wisst warum, dann könnten undichte Fenster und Türen ein Grund sein. Durch sie entweicht mühsam aufgeheizte Luft nach draußen, und kalte Außenluft kann in euer Haus eindringen.

TÜV-Experten empfehlen, alle paar Jahre die Gummidichtungen zu erneuern sowie Scharniere zu prüfen und wenn nötig nach zu justieren. Wenn ihr sehr alte Fenster habt, solltet ihr sogar einen kompletten Austausch ins Auge fassen. Wie gut ein Fenster gedämmt ist, sagt der sogenannte U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient). Je niedriger dieser Wert ist, umso besser ist euer Fenster gedämmt.

Auch die Türen sollten nicht unnötig Wärme abgeben. Ihr könnt zum Beispiel eine Bürstendichtung an der Türkante anbringen, wenn der Spalt zwischen Boden und Tür sehr breit ist. Um herauszufinden, wie dicht eure Fenster und Türen sind, bietet sich ein einfacher „Rauch-Test“ an. Stellt eine brennende Kerze oder ein paar Räucherstäbchen auf, und beobachtet genau, wie sich Rauch und Flamme verhalten. Aber Vorsicht, wenn ihr Atemnot bekommt, war es wahrscheinlich etwas zu viel des Guten mit den Räucherstäbchen J

Hilfe kommt aus dem Baumarkt

Mit dem Rauch-Test zeigt sich recht schnell, aus welcher Richtung kalte Luft hereinströmt. Bei undichten Holz- und Metallfenstern können problemlos selbstklebende Dichtungsbänder Abhilfe schaffen, die es in jedem Baumarkt gibt. Auch Rollladengurte sind übrigens ein Schwachpunkt im Haus: Über den Gurtauslass am Rollladenkasten gelangt oft unbemerkt kalte Zugluft von außen nach innen, und aufgeheizte Luft dringt ungewollt nach außen. Hier gibt es spezielle Verschlussdeckel, mit denen sich der Luftaustausch vermeiden lässt. Euren Rollladenkasten könnt ihr ganz einfach mit einer Isoliermatte dämmen, die ebenfalls vor Zugluft schützt.

Schützt eure Wasserleitungen vor Frost

Der letzte Punkt auf unserer Checkliste ist die Überprüfung der Wasserleitungen im und am Haus. Frost kann diese nämlich unter Umständen aufsprengen. Die Leitungen im Haus schützt ihr am besten dadurch, dass ihr die entsprechenden Räume nie komplett auskühlen lasst.

Leitungen im Außenbereich sollten am besten gar kein Wasser mehr führen, wenn es draußen eiskalt ist. Experten raten, das noch vorhandene Wasser in den Leitungen abfließen zu lassen, und diese dann abzusperren. Sollten die Leitungen doch eingefroren sein, hilft nur noch ein Installateur, der die Leitungen vorsichtig wieder erwärmt. Bloß nicht selbst machen, sonst kann ein Hausbrand drohen! Mehr Informationen zum Thema Wasserleitungen findet ihr zum Beispiel auf der Seite der Stadtwerke Ansbach.

Wenn ihr diese Tipps beherzigt, seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Natürlich kann man noch einiges mehr tun, um Schäden an Haus und Wohnung während des Winters zu vermeiden.

Ein regelmäßiger Kontrollgang rund ums Haus schadet zum Beispiel auch nicht – so entdeckt ihr Schäden am Haus oder große Schneemengen auf dem Dach, und könnt rechtzeitig handeln, bevor euer Wohnzimmer zur Winterlandschaft wird. Bei Stiftung Warentest könnt ihr euch weitere Tipps rund um das Thema winterfestes Eigenheim durchlesen.

Foto: © rogit – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin der "Italiener" unserer Autoren. Als Modemacher interessiere ich mich nur privat für Bauen und Wohnen. vivondu ist daher auf diesem Gebiet mein einziges Sprachrohr. Ich habe lange in Mailand gelebt und bin jetzt in München dahoam.

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