Der Traum vom Haus – wie viel kostet mich das?

Ein gemütliches Eigenheim, in dem man schalten und walten kann, wie man möchte – diesen Traum würden wir uns doch alle gern erfüllen, oder? Aber ist das überhaupt realistisch? Reicht mein Einkommen dafür aus und wenn ja, wie viel Haus ist eigentlich drin? Wir haben die Antworten.

eigenheim finanzieren

Bevor der Traum vom Eigenheim Realität wird, muss viel geplant werden – gerade bei der Finanzierung.

Adieu Mieterhöhung, bye bye nerviger Vermieter – mit einem eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung könnte das bald Wirklichkeit sein. Aber wie viel finanzieller Spielraum bleibt am Ende fürs Traumhaus übrig? Wir zeigen euch, wie ihr eure Möglichkeiten realistisch ermittelt und euch optimal auf das Gespräch mit der Bank vorbereitet.

Schritt 1: Kassensturz

Noch bevor ihr einen Termin mit eurem Bankberater vereinbart oder zu den ersten Besichtigungsterminen geht, solltet ihr eure monatlichen Einnahmen und Ausgaben realistisch ermitteln. Das ist die Basis für das Projekt Eigenheim. Auf dieser Grundlage könnt ihr dann sehen, wie viel Kredit tatsächlich möglich ist.

Zuerst erfasst ihr sämtliche Einnahmen. Wichtig: Rechnet immer mit dem monatlichen Nettogehalt und erfasst sämtliche Gehälter, also auch ein 13. Monatsgehalt. Dazu kommen eventuelle Einkünfte aus einer Nebenbeschäftigung. Die solltet ihr allerdings besser nur zu 50% erfassen, da Nebeneinkünfte in der Regel weniger verlässlich sind als ein fester Job. Außerdem gehört eventuell bezogenes Kindergeld mit auf die Liste der Einnahmen.

Besonders wichtig ist außerdem, dass ihr eure Einkünfte immer auch mit Blick auf die Zukunft ermittelt. Das bedeutet, dass ihr vor allem die Familienplanung mit bedenken müsst. Fällt etwa euer Partner oder eure Partnerin in der Zukunft für eine bestimmte Zeit aus und erzielt keine Einkünfte, muss das unbedingt in eure Rechnung mit einfließen.

Als nächstes kommt eine vollständige (!) Auflistung aller monatlichen Ausgaben. Fangt am besten mit den Fixkosten an. Das sind zum Beispiel Steuern, Versicherungen, Rundfunkgebühren, Kreditraten, etc. Beachtet dabei unbedingt, dass zwar die monatliche Miete in der Zukunft entfällt, dafür aber eine Reihe neuer Kosten auf euch zukommt, wie zum Beispiel Grundsteuer, Gebäudeversicherung und höhere Nebenkosten.

Danach kommen die Lebenshaltungskosten. Darunter fallen die monatlichen Ausgaben für Kleidung, Lebensmittel, Geschenke, Freizeit, Benzin, usw. Auch hier ist eine vorausschauende Planung angesagt. Das heißt ihr solltet auf jeden Fall eine monatliche Reserve für nur sporadisch anfallende Kosten einplanen, wie zum Beispiel Urlaube oder größere Reparaturen am Haus oder Auto.
Um die eigenen Ausgaben realistisch einschätzen zu können, empfiehlt es sich, eine Zeit lang alles zu dokumentieren. Das geht am besten mit einem Haushaltsbuch (gibt’s mittlerweile auch schon als Smartphone-App). Übrigens: Als Richtwert fürs Existenzminimum pro Monat gelten circa 750 € pro Person, für jedes weitere Haushaltsmitglied 250 €.

Jetzt errechnet ihr noch das Saldo der Einnahmen und Ausgaben und schon seht ihr euren monatlichen Spielraum schwarz auf weiß.

Wie das aussehen kann, haben wir beispielhaft für euch ausgerechnet:

einnahmen-ausgaben-muster

Schritt 2: Eigenkapital ermitteln

Im nächsten Schritt geht es an die Ermittlung eures verfügbaren Eigenkapitals. Verbraucherschützer empfehlen, 20 bis 30 Prozent der Kosten mit Eigenkapital abzudecken. Inzwischen gibt es aber auch sogenannte Vollfinanzierungen, bei denen ein Kredit auch ohne vorhandenes Eigenkapital gewährt wird. Da den Banken bei diesem Modell aber meist keine Sicherheit gewährt werden kann, kommen hier auch höhere Zinsen auf euch zu (Quelle).

  • Zunächst ermittelt ihr alle sicheren Geldanlagen. Diesen Betrag könnt ihr zu 100% einplanen. Sichere Geldanlagen sind zum Beispiel Guthaben auf dem Sparkonto, sonstiges Eigenkapital (z.B. Gold), Bausparverträge soweit zuteilungsreif, Termingelder, festverzinsliche
  • Danach nehmt ihr alle Vermögenspositionen auf, deren Wert mitunter schwanken kann. Hier ist jeweils ein Risikoabschlag mit einzuplanen. In diesen Pool gehören vor allem Aktien, Anleihen und Fonds.
  • Anschließend solltet ihr einen gewissen Betrag als eiserne Reserve abziehen. Als Richtwert gelten 3 bis 6 Monatsnettogehälter. Die Summe des Restbetrags ist das für den Haus-/Wohnungskauf verfügbare Eigenkapital.

Übrigens: Noch nicht verfügbare Kapitalanlagen wie zum Beispiel feste Anlagen oder noch nicht zuteilungsreife Bausparverträge, die jetzt noch nicht berücksichtigt wurden, spielen bei der langfristigen Tilgungsplanung eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe könnt ihr zum Beispiel Sondertilgungen einplanen.

Schritt 3: Die Kosten richtig einschätzen

Als nächstes müsst ihr euch darüber klar werden, was mit dem Hauskauf an Kosten auf euch zukommen wird. Mit dem Kaufpreis für die Immobilie allein sind die Kosten leider noch nicht abgedeckt. Mit einplanen müsst ihr zudem auch Maklerkosten, Notarkosten, Gebühren für die Eintragung ins Grundbuch und Grunderwerbssteuer. Als grober Richtwert für die Summe all dieser Nebenkosten gelten 15 % des Immobilienpreises.

Wie hoch der maximale Kaufpreis liegt, könnt ihr anhand folgender Formeln ermitteln (Quelle):

 formel-hausfinanzierung

Schritt 4: Finanzierungsmodell erstellen

Jetzt geht es langsam aber sicher auf die heiße Phase zu. Zusammen mit eurem Bankberater ist es an der Zeit, ein individuelles Finanzierungskonzept zu entwickeln, das sich euren persönlichen Finanzierungszielen anpasst.

Übrigens: Für eine unabhängige Beratung zum Thema Baufinanzierung informiert ihr euch am besten über die Verbraucherzentrale eures jeweiligen Bundeslandes.

Foto: © Production Perig – Fotolia.com

Über den Autor

Ich bin die Genaue bei vivondu. Als Innenarchitektin erstaunen mich meine Kunden oft durch Wünsche und Vorstellungen ihrer Immobilienträume. Genau diese Auffälligkeiten verarbeite ich in meinen Beiträgen. Ich bin Hamburgerin und mag den herben Norden.

Hinterlasse eine Antwort